Facebook schafft die Mitbestimmung ab

Facebook ändert mal wieder seine Richtlinien. Wenn die Regeln geändert werden, haben die Nutzer sieben Tage Zeit sich die Geschäftsbedingungen durchzulesen, diese zu verstehen und sich daran zu gewöhnen. Unter anderem will das Unternehmen bald auch die Daten von Instagram verwerten können, aber die wichtigste Änderung betrifft die Abschaffung des Systems zur Mitbestimmung.

Das System zur Mitbestimmung

Das in 2009 eingeführte System zur Mitbestimmung war bisher klar definiert. Wenn die Nutzer mit einer Änderung an den Datenschutzbestimmungen nicht einverstanden waren, gab es die Möglichkeit durch 7.000 Kommentare den Start einer Abstimmung zur AGB-Änderung einzuleiten. Stimmten dann 30% aller Nutzer des Netzwerks gegen die Änderungen, musste Facebook neue vorschlagen. Das einleiten einer Abstimmung der Änderungen wurde oft erreicht, aber nie gelang es den Nutzern die 30% Marke zu erreichen, welche bei zur Zeit 1 Milliarde Nutzer die stolze Summe von 300 Millionen Stimmen beträgt.

Vice President Elliot Schrage: Wir haben jedoch festgestellt, dass der Abstimmungsmechanismus, der durch eine bestimmte Anzahl an Kommentaren ausgelöst wird, tatsächlich zu einem System geführt hat, das die Quantität der Kommentare über die Qualität stellt.

Damit wird offenbar auf das kopieren oder wiederholen einiger Kommentare hingewiesen um das Ziel von 7.000 Kommentaren zu erreichen. Im Mai hatten sich nach dem Aufruf zum Protest der Wiener Studentengruppe Europe Versus Facebook  35.000 Nutzer gegen die Einführung der neuen Datenverwendungsrichtlinie ausgesprochen. Facebook musste daraufhin weltweit eine Abstimmung zur Änderung starten, bei der sich allerdings nur 0,38% aller Nutzer beteiligten.

Facebook gibt ein Versprechen ab

Das alte System ist somit wegen der hohen Mitgliederzahl von Facebook überholt und das neue System ist nichts weiter als ein Versprechen die Kommentare zur Änderung einer AGB mit Sorgfalt zu prüfen. Zukünftig soll die im September als Chief Privacy Officer of Policy eingestellte Anwältin Erin Egan die Fragen der Nutzer beantworten und regelmäßig Webcasts zu den Kommentaren zum Datenschutz, Privatsphäre und Sicherheit veröffentlichen.

Facebook reagiert auch auf die Kritik, dass auf Änderungen nicht ausreichend hingewiesen wird. Somit gibt es weitere Möglichkeiten sich über Änderungen informieren zu lassen, beispielsweise per Mail.

  1. LorellaLorella:
    vor 3 Jahren

    Die Gründe klingen vorgeschoben und Facebook versucht schlicht seine Interessen durchzudrücken. Seis drum, ich bin da raus und ich glaube, dass der Verein auch die User nach und nach einbüßen wird.

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